{"id":39,"date":"2007-06-07T18:06:50","date_gmt":"2007-06-07T17:06:50","guid":{"rendered":"http:\/\/juliajanssen.de\/blog\/2007\/06\/07\/die-neapoletaner-neugierig-und-freundlich\/"},"modified":"2007-06-07T17:07:24","modified_gmt":"2007-06-07T16:07:24","slug":"die-neapoletaner-neugierig-und-freundlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juliajanssen.de\/blog\/2007\/06\/07\/die-neapoletaner-neugierig-und-freundlich\/","title":{"rendered":"Die Neapoletaner: neugierig und freundlich"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem guten Monat in Neapel f\u00fchle ich mich tats\u00e4chlich etwas heimisch hier. Das verdanke ich zum gro\u00dfen Teil den Neapolitanern. Diejenigen, die ich bisher kennengelernt habe, sind n\u00e4mlich extrem freundlich, fast schon famili\u00e4r.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsleute, zum Beispiel. Nat\u00fcrlich wollen sie Gesch\u00e4fte machen, so dass es dazu geh\u00f6rt, freundlich zu sein. Und nat\u00fcrlich komme ich leicht mit ihnen ins Gespr\u00e4ch, da ich mit meinem Akzent auffalle, sobald ich drauflos plapper. Dann kommt n\u00e4mlich immer schnell die Frage: <em>&#8220;Di dove sei?&#8221;<\/em>.\u00a0 Wenn ich dann preisgebe, dass ich Deutsche bin, schlie\u00dfen sich fast immer weitere Fragen an: Was ich denn hier mache, wie lange ich schon hier bin, wie lange ich bleibe, wie mir die Stadt gef\u00e4llt usw. Zum Gl\u00fcck geht das Gespr\u00e4ch dann immer auf Italienisch weiter &#8211; was vermutlich daran liegt, dass die Gesch\u00e4ftsleute hier in der Regel (wenn \u00fcberhaupt) nur sehr schlecht Englisch sprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man wird \u00fcbrigens in der Regel von Anfang an geduzt, was die Distanz und F\u00f6rmlichkeit sofort angenehm verringert.<\/p>\n<p>Die wohl markanteste Eigenschaft der Neapolitaner ist ihre Neugierde. Da die Gesch\u00e4fte hier \u00fcberwiegend sehr klein sind, und da die Napolitaner sehr gesellig sind, stehen die Gesch\u00e4ftsleute (sofern keine Kundschaft da ist) immer drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe, beobachten das Treiben und halten hier und da einen kleinen Plausch. Das ist sehr angenehm, denn so kenne ich inzwischen einige Leute in meiner Nachbarschaft sowie in der Stra\u00dfe, in der sich meine Kanzlei befindet.<\/p>\n<p>Gleich nach meinem ersten Arbeitstag in der Kanzlei beispielsweise habe ich mich in die H\u00e4nde einer napoletanischen <em>parrucchiera<\/em> (Friseurin) begeben. Die schon etwas \u00e4ltere Dame, Elisa, und ihre junge Angestellte, Anna, waren hoch erfreut, eine deutsche Kundin zu haben und fragten mich neugierig aus.<\/p>\n<p>Ein anderes Mal habe ich mich in einem Laden umgeschaut, der <em>Limon\u00e8<\/em> hei\u00dft und alle m\u00f6glichen Produkte aus Zitronen und Limetten herstellt (via dei Tribunali). Der Inhaber zeigte mir stolz, wie er den <em>Limoncello<\/em>, einem f\u00fcr diese Gegend typischen <em>digestivo<\/em>, herstellt. Au\u00dferdem lie\u00df er es sich nicht nehmen, mir eine kleine Geschichtsstunde \u00fcber den griechischen Ursprung Neapels zu geben.<\/p>\n<p>Die Spielzeugwaren-Verk\u00e4uferin, bei der ich letztens anl\u00e4sslich der Geburtstagsfeier f\u00fcr die Kinder\u00a0meines Chefs Geschenke gekauft habe, meinte: &#8220;Du bist doch bei dem Anwalt. Ich mach dir einen guten Preis.&#8221; (Der Rechtsanwalt Scognamiglio hei\u00dft hier in der Stra\u00dfe \u00fcbrigens nur <em>avvocato<\/em>. Dann wei\u00df schon jeder Bescheid.)<\/p>\n<p>Ein Blumenh\u00e4ndler in meiner Nachbarschaft diskutierte mit mir \u00fcber die Qualit\u00e4t der Rosen aus Deutschland. Mein fast schon Stamm-Gem\u00fcseh\u00e4ndler gab mir letztens noch einen Bund Basilikum dazu. Die Kassiererin der Kaffeebar <em>Di Lorenzo<\/em>, bei der unser Studio Legale den <em>caff\u00e8<\/em> bestellt, winkt mir manchmal freudig zu.<\/p>\n<p>Und so k\u00f6nnte ich noch viele weitere Beispiele nennen. Obwohl Neapel eine Gro\u00dfstadt ist, kommt die Stadt mir manchmal vor wie ein gro\u00dfes Dorf.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem guten Monat in Neapel f\u00fchle ich mich tats\u00e4chlich etwas heimisch hier. Das verdanke ich zum gro\u00dfen Teil den Neapolitanern. Diejenigen, die ich bisher kennengelernt habe, sind n\u00e4mlich extrem freundlich, fast schon famili\u00e4r. Die Gesch\u00e4ftsleute, zum Beispiel. Nat\u00fcrlich wollen sie Gesch\u00e4fte machen, so dass es dazu geh\u00f6rt, freundlich zu sein. 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